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Die Hauptzielgruppe sind männliche Jugendliche im allgemeinen, speziell auch solche aus niedrigeren sozialen Schichten und aus einem Elternhaus mit weniger Bildung sowie mit herkömmlichen Rollenbildern. 

Es besteht ein grosses Bedürfnis nach Angeboten für jüngere Jugendliche (1. Oberstufe). Der Erfolg bestätigt, dass das Projekt Speed geeignete Ansätze entwickelt hat, um diese Zielgruppe wirksam und effizient zu erreichen. 

Die Erfahrungen des Projektes "Speed" zeigen, dass ein Bedürfnis nach Prävention im Rahmen der Volksschule besteht. Schon früh zeigen Jungen ein erhöhtes Unfallrisiko. Daher macht es auch Sinn, mit der Prävention vor dem Erwerb des Führerscheins zu beginnen. 

Im Projekt Speed wurde bisher festgestellt:

Lehrpersonen sind interessiert an der Bearbeitung des Themas im Unterricht, doch brauchen sie

  • geeignetes Material
  • Begleitung, Coaching und
  • allenfalls eine Fachperson, die ein Modul im Unterricht bestreitet.


SchülerInnen steigen gerne auf das Thema ein

  • wenn sie bei ihrer Lebensrealität als Mädchen und Jungs angesprochen werden
  • wenn nicht mit mahnendem Zeigefinger operiert wird
  • wenn sie partizipieren können.


Um das Lehrmittel nachhaltig an den Schulen zu verankern ist es sinnvoll, Multiplikator/innen speziell auszubilden. Diese können dann ihr Wissen der Schule zugänglich machen. Als Zielgruppe bieten sich SchulsozialarbeiterInnen oder Kontaktpersonen für Gewaltprävention und/oder Gesundheitsförderung an.

Im Projekt "Speed" wurde seit August 05 mit Unterstützung des Fonds für Verkehrsicherheit FVS einiges geleistet:

I) Ein Konzept für gecoachte und selbständige geschlechtsbezogene Rasen-Präventionsprojekte mit in Form eines Wettbewerbs wurde zuerst als Pilotprojekt und dann breiter gestreut für Oberstufenklassen und Jugendheime entwickelt und in Form eines prov. Lehrmittels mit didaktischen Begleitmaterialien umgesetzt. Dazu wurden 7 regionale Präventionsfachmänner als Coaches zum Thema "Ist Rasen männlich?" weitergebildet, die dann mehrere Klassen begleitet haben und zur Entwicklung des Lehrmittels beigetragen haben.

II) Ein Wettbewerb für die Deutschschweiz wurde 2006 und 2007 erfolgreich ausgeschrieben. 800 Jugendliche in 40 Schulklassen in 10 Kantonen haben Präventionsprojekte durchgeführt und Dokumentationen eingereicht. Die Ergebnisse wurden fachkundig juriert und einer breiten Öffentlichkeit durch Medienberichte und eine Ausstellung im Strassenverkehrsamt Aarau präsentiert. Insgesamt wurde über die Wettbewerbe und die Klassenprojekte in über 20 Artikeln in der allgemeinen sowie Fachpresse berichtet (bei Interesse beim NWSB erhältlich, siehe "Kontakt"). Das Projekt wurde an einer nationalen Fachtagung für männliche Jugendarbeiter (März 06) und an einer nationalen NWSB-Impulstagung für Lehrkräfte (18.11.06) präsentiert bzw. anerkannt.

III) In jedem Medienbericht wird der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Rasen einer breiten Öffentlichkeit klar gemacht. Allmählich fliesst diese bisher zu wenig beachtete Verbindung in das Bewusstsein der Jugendlichen und der Lehrperson, Jugendarbeitenden und weiteren Erwachsenen, die mit ihnen arbeiten.  

IV) Basierend auf die Erfahrung in mehr als 40 Klassen wurde ein Lehrmittel für die Durchführung von Präventionsprojekten zu diesem Thema in der Oberstufe entwickelt. Dieses wird seit April 07 breit in der Deutschschweiz vertrieben - mit grossem Erfolg: die erste Auflage von 1000 Stück ist vergriffen, die zweite Auflage ab Januar 09 erhältlich. Dazu kommen Plakate für Schulen, Jugendtreffs und die Öffentlichkeit.

V) Im 2008 wurde ein Song Wettbewerb ausgeschrieben. Die Siegerarbeiten und die Beiträge einiger namhafter Bands und Rapper konnten auf der Speed-DVD veröffentlicht und dem Unterrichtsmaterial beigefügt werden.

VI) Als Reaktion auf die seit vielen Jahren gleichbleibend hohen Zahlen der Strolchenfahrten mit schwerwiegendem oder gar tödlichem Ende, wurden Tipps und Empfehlungen für Eltern entwickelt und in 8 Sprachen mittels einer Faltbroschüre an Eltern versandt. Der begleitende Gesprächsabend für Eltern konnte bisher 6x in vier Deutschschweizer Kantonen durchgeführt werden und hilft mit, Eltern in die Raserprävention einzubeziehen.

VII) Das bewährte Speed-Lehrmittel wurde leicht überarbeitet und steht seit 2009 online zur direkten Benutzung für Lehrpersonen und Lerngruppen bereit. Das live-feed "Rasernews"  bringt den Besucher/innen der Projektinternetseite laufend die aktuellen Medienberichte der Rasermeldungen auf den Bildschirm. Diese werden archiviert und stehen den Lehrpersonen, Schüler/innen und weiteren interessierten Benutzer/innen als pdf's zur Verfügung.

VIII) Der Textwettbewerb 2009 hat wiederum Schüler/innen aktiviert, eigene Beiträge zur Raserprävention und zum Umgang mit Risiko zu verfassen. Die Einsendungen wurden neu im facebook präsentiert und von den Speed-Coaches und den anderen Jugendlichen kommentiert.

IX) Lu Decurtins, Initiant und langjähriger Projektleiter von Speed hat einen inspirierenden Artikel zur Raserprävention mit Jungs verfasst. Dieser wird demnächst im Handbuch "Jungengesundheit" erscheinen. Verschiedene Autoren beschreiben die soziale, sexuelle, mentale und psychische Gesundheitsversorgung von Jungs.

pdf Gaspedal und Männermythen

Hier finden Sie den über das Projekt informierenden Artikel "Fahr lässig! Das Projekt 'Speed - ist Rasen männlich?'" von Lu Decurtins (Projektleiter und Vorstandsmitglied NWSB) aus dem Suchtmagazin Nr. 6/06:

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